Demokratie pur – zum kotzen!   2 comments

Es ist mal wieder soweit. Ich bin hochzufrieden. Wirklich. Ja, ehrlich! Und zwar stimmt es mich extrem freudig, dass Griechenland jetzt Demokratie pur praktizieren will.

Raffen wir doch einmal schnell die Fakten zusammen. Die Griechen sind so dermassen pleite, dass sie noch nicht einmal mehr das Geld haben, um sich einen gebrauchten Kaugummi aus einem marokkanischen Kaugummiautomaten zu ziehen. Ein Land von Olivenbauern, Gyrosbudenbesitzern und Sonnenschirmvermietern möchte der EU weismachen, dass sie den gigantischen Schuldenberg den sie aufgetürmt haben, eines Tages noch egalisieren können. Selbst die hinterletzten Deppen haben mittlerweile spitz bekommen, dass dieses Konzept fern jeglicher Realität ist. Griechenland ist total pleite, der Staatsbankrott steht längst fest und trotzdem schießen wir nach wie vor Entwicklungshilfe in dieses Land hinein.

Aber immerhin – eines muss man den Griechen lassen. Sie praktizieren Demokratie pur, indem sie darüber abstimmen lassen, ob sie die Almosen, welche sie im Moment überhaupt noch am Leben erhalten, wirklich annehmen wollen. Finde ich super. Noch viel supererer würde ich es finden, wenn man mich als Deutschen abstimmen lassen würde, ob ich diesen Vollschwachmaten dieses Geld auch zukommen lassen möchte! Wie wäre es denn mal mit einem Volksentscheid bei uns, Frau Merkel? Denn unsere Ostblockpraktikantin, die sich gerade als Kanzerlin aller Deutschen versucht, löst jedes Problem auf dieselbe Art und Weise. Und ich kann mein Gehirn gar nicht soweit herunterfahren, dass ich nicht merken würde, was da passiert. Liegt ein Problem an, wirft Frau Merkel mit Geld um sich, dass sie gar nicht hat. Hier 400 Milliarden an Garantien für Banken in der Krise, dort verkroste 55 Milliarden bei der HypoReal Estate, weil der Chefbuchhalter die ersten drei Klassen der Grundschule geschwänzt hat und nebenbei ein paar hundert Milliarden für die Griechen. Und das alles nur, damit sich die deutsche Obervernunftverweigerin vor die Presse stellen kann und ihren Lieblingssatz ablaichen kann: “In schwierigen Zeiten wie diesen müssen wir zusammen halten.”

Nein, verdammt! Müssen wir nicht! Wollen wir auch nicht! Wir haben selber 1,8 Billionen Euro Schulden! Und wir haben keinen Schimmer, wie wir diesen Berg an roten Zahlen je abtragen sollen. Und dann sollen wir noch die acht Milliarden blechen, welche die griechische Regierung an Renten für Tote ausgezahlt hat? Oder die 17,5 Jahresgehälter für griechische Beamte, von denen in Deutschland noch nicht einmal Herr Ackermann träumen darf? Oder die Rente mit 60?

Man darf mich an dieser Stelle ruhig einen Hetzer nennen, bitte. Tun Sie sich keinen Zwang an. Aber ich habe die Schnauze dermassen gestrichen voll davon, dass wir Milliarden für irgendwelchen Blödsinn ausgeben, aber hier bei uns zuhause die Rente mit 69 vor der Tür steht, Studienplätze zusammen gestrichen werden und ein Mindestlohn nicht in Sichtweite ist, während sich im schönen Griechenland die Rentner mit 61 an den Strand legen und mehr Geld kassieren als es hier jemand mit 150 Beitragsjahren schaffen kann.

Demokratie pur finde ich super – ich fordere hiermit den Volksentscheid zur Griechenlandkrise. Meine Prophezeiung? 93 Prozent sind dagegen. Für die Bundeskanzlerin dürfte Demokratie pur wohl eher etwas ganz Anderes sein, nämlich zum kotzen.

Veröffentlicht 01/11/2011 von kaiserdrache in Alltag, Politik

Schwanger?   Leave a comment

Ich bin ein Alien. So, jetzt ist es heraus. Oder zumindestens fühle ich mich so, wenn ein Tag wie heute verläuft. Heute morgen, Punkt neun Uhr, hatte ich mein zuverlässiges Auto in der Werkstatt abgegeben um die jährliche Inspektion machen zu lassen. Da ich anschließend noch einige Besorgungen in der Stadt machen wollte, habe ich beschlossen etwas zu tun, was ich seit Jahren vermeide, nämlich den Bus zu nehmen. Zugegeben, das letzte Mal dass ich regelmäßig den Bus benutzt habe, liegt schon gut zwanzig Jahre zurück, aber was sollte schon groß passieren? Nun, passiert ist ein Wutanfall meinerseits, der die Grenzen all dessen sprengt, was ich mich für diesen Tag vorgestellt hatte.

Dabei hatte alles ganz gut angefangen. Meine Werkstatt liegt in den Außenbezirken der Stadt und als ich einstieg, war der Bus praktisch leer. Aus schierer Nostalgie habe ich mir einen der Plätze ganz hinten gesichert um alle anderen Fahrgäste vor mir beobachten zu können. Das ist ganz lustig, versuchen sie es selbst einmal. In jedem Fall wurde der Bus von Station zu Station voller und je näher wir dem Stadtzentrum kamen, desto unmöglicher wurde es einen Sitzplatz zu bekommen. Nun, mein Aufreger des Tages passierte schließlich zwei Stationen vor der Innenstadt, mittlerweile war der Bus proppenvoll und an einen Sitzplatz war im Traum nicht zu denken. Just in diesem Moment stieg eine Dame ein, vielleicht Ende zwanzig, Anfang dreißig und augenscheinlich hochschwanger. Die gute Dame war aber nicht nur schwanger, nein, sie hatte auch noch ein kleines Mädchen an der Hand, vielleicht zwei oder drei Jahre alt und zu allem Überfluss schleppte sie sich auch noch mit einem schweren Rucksack ab.

Jetzt weiß ich nicht, was Sie in einer solchen Situation gemacht hätten, aber mein erster Gedanke war – “steh auf und biete Ihr Deinen Platz an”. Okay, okay – jeder einigermaßen zivilisierte Mensch hätte das getan und da ich, entgegen meinen eigenen Vorstellungen, nicht nur von Moralverweigerern umgeben bin, war eine andere Dame im Bus, die deutlich weiter vorne saß, schneller als ich und stand auf. Sie winkte die Schwangere heran, damit diese sich hinsetzen konnte, aber weit gefehlt. Kaum war die freundliche Dame aufgestanden, hatte bereits ein junger Mann (geschätzt etwa Ende 20) den soeben frei gewordenen Platz belegt. Völlig empört wandte sich die gerade aufgestandene Dame an diesen Herrn und erklärte ihm wenig freundlich, dass sie den Platz lediglich für die Schwangere geräumt hätte.

Und dann kam das, was mich in die Abgründe der Weißglut trieb, was mich an den Rand eines Mordes brachte und mir das letzte bisschen Glauben an gesunden Menschenverstand raubte. Lapidar, und ohne eine Miene zu verziehen, sagte der junge Mann doch glatt: “Das ist doch nicht mein Problem, wenn die Frau schwanger ist. Hätte sie sich ja vorher überlegen können. Sie sind aufgestanden, ich war schneller als alle Anderen und jetzt sitze ich!” Kann man es fassen? Daraufhin folgte erst einmal betretenes schweigen im vorderen Teil des Busses. Anscheinend waren alle Anwesenden viel zu geschockt um das zu tun, was in dieser Situation erforderlich gewesen wäre. Richtig wäre es gewesen aufzustehen, dem jungen Mann kräftig in die Eier zu treten (solche speziellen Menschen sollten sich nicht fortpflanzen…), ihn dann an den Haaren zu packen und hochkant aus dem Bus zu werfen. Hat natürlich keiner gemacht. Leider.

Die Lösung des Problems kam, man glaubt es nicht, von der Dame auf dem Platz neben dem jungen Mann. Kategorie: Altersheimausflug, frisch überholter Rollator im Rucksack. Diese ausgesprochen helle und intelligente Dame reagierte nämlich schneller als alle anderen Anwesenden im Bus. Sie gab dem jungen Mann unmißverständlich zu verstehen, dass sie jetzt aussteigen müsse und als er ihr dann Platz machte, blockierte sie ihn so, dass er sich nicht sofort wieder setzen konnte. Dann lud sie, ganz genüßlich, sowohl die Schwangere als auch die gerade aufgestandene Dame ein sich zu setzen. Und damit nicht genug, Als sie sich ganz langsam in Richtung Ausstieg bewegte, drehte sie sich noch einmal um und sagte etwas, für das sie normalerweise nie meine Zustimmung bekommen würde, was in dieser Situation aber recht passend war: “Junger Mann, mit diesem Verhalten wären Sie zu meiner Zeit im Arbeitslager gelandet.” Sprachs, und ging.

Mein persönlicher Salut geht heute an diese alte Dame. Auch wenn ich mich nicht dazu durchringen kann ihre Wortwahl gut zu heissen, hat sie immerhin bewiesen, dass es immer noch Menschen mit Anstand und Zivilcourage gibt. Vielen Dank, Omi!

Habe fertig.

Veröffentlicht 04/08/2011 von kaiserdrache in Alltag

Morgen? Wen interessiert’s….   Leave a comment

Es gibt bestimmte Tage, an denen hat man ein klein wenig Zeit über über das Leben generell und viele Dinge im Einzelnen zu philosophieren. Bei mir passiert das immer dann, wenn ich ein wenig Ruhe habe und dazu komme mich im Garten in den Liegestuhl zu pflanzen. Denn das ist die Zeit, in der ich meine liegen gebliebenen Zeitschriften zur Hand nehme und mir anschaue, was die intellektuelle Elite der Fachpresse Schönes über die Welt zu schreiben hat. Unter uns gesagt – gönnen Sie es sich so selten wie möglich, denn meist wird aus einfachen Vergnügen des entspannens und sonnen sehr schnell eine markerschütternde Lektion in Sachen Gänsehaut.

Dabei waren die Schlagzeilen der letzten Wochen doch auch nicht überdurchschnittlich schlechter als in den letzten Jahren, oder? Gut, Griechenland ist pleite und die EU hat beschlossen unsere Steuergelder für weitere Almosen in Richtung Athen zu schicken, aber das ist ja nichts Neues. Jeder weiß, dass die Griechen absolut überhaupt keine Chance haben diese “Kredite” jemals zurück zu zahlen, aber wen juckt das schon? Womit sollten sie auch? Griechenland lebt vom Tourismus und der Landwirtschaft, beides keine Sektoren, welche Milliardenbeträge erwirtschaften können. Und solange das korrupte Wirtschaftssystem nicht komplett überarbeitet wird, geht das schon gar nicht. Aber gut, diese Thematik ist nichts Neues. Hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln doch ruhig diese Altlasten, so wurde das schließlich schon immer gemacht.

Neu ist hingegen, dass die USA in den Schlagzeilen sind. Okay, so neu ist das nun auch nicht, wer die Berichte von Experten in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß auch hier schon, dass nach der Clinton Administration das Land finanziell den Bach runter gegangen ist. Papa und Sohnemann Bush haben mit ihren Agressorkriegen soviel Pulver verschleudert, dass das Land der Freien jetzt gnadenlos in den Händen der Finanzhaie ist. Obama ist dabei nur das, was ich schon seit Jahren predige und keiner hören will, nämlich der erste Politiker, der im Prinzip den Offenbarungseid leisten muss und zugeben muss, dass das Land pleite ist. Herzlichen Glückwunsch USA! Vielleicht wäre es ja jetzt an der Zeit der Schweiz zu unterstellen, dass sie terroristische Aktivitäten unterstützt und dort einzumarschieren. Die Gold- und Geldreserven der Eidgenossen könnten die Verschwender aus Amerika in jedem Fall genau so gut brauchen wie seinerzeit das Öl aus dem mittleren Osten. Aber ich schweife ab. Was kann denn schon groß passieren, wenn die Welt endlich einsieht, dass die USA pleite ist. Bankrott. Abgebrannt. Na gut, ein wenig Weltwirtschaftskrise, der Dollar wird seinen Status als Leitwährung verlieren und wir alle verlieren ein kleines oder auch mittleres Vermögen. Wobei mich der Gedanke an steigende Selbstmordraten und Wall Street Bankern ehrlich gesagt noch am Wenigstens beunruhigt. Eher schon die Tatsache, dass der Rest der Welt mal wieder einspringen muss um den Amis aus der Klemme zu helfen. Und dass das so passieren wird wie immer – mit Geldern, die wir gar nicht haben und die wir uns auf Kosten der nächsten Generationen leihen.

Auch sehr spannend waren die Berichte über Afrika. Jetzt mal ehrlich – kennen Sie Afrika? Das ist dieser lustige kleine Kontinent im Süden, den wir aus der ersten Welt seit Jahrhunderten daran hindern sich soweit zu entwickeln, dass sie unsere Hilfe nicht mehr brauchen. Aber hey – Sklavenhaltung ist doch was Feines! Zumindestens für sie und mich, wir gehören nämlich zu den Haltern. Erst waren es die Kolonialmächte, die Afrika ausgesaugt haben, dann kamen die eigenen Diktatoren aus Afrika und jetzt kommen die Asiaten. Immerhin mal jemand aus dem Osten, für die Afrikaner muss das eine echte Abwechslung sein. Sie runzeln die Stirn an dieser Stelle? Sie wussten gar nicht, dass die Afrikaner unter den Asiaten zu leiden haben? Nicht? Dann schlagen sie doch einmal in der Enzyklopädie ihrer Wahl zum Beispiel einmal die Stichworte “Kinderarbeit”, “Überfischung der Meere” oder meinetwegen auch “Billiglohnsektor” nach. Vor Allem unsere Freunde aus Japan sind ganz groß darin, in Afrika billig produzieren zu lassen, aber damit erzähle ich Ihnen nichts Neues. Dass jedoch neuerdings auch die Chinesen in Afrika fertigen lassen und das zu Löhnen, wo bei uns noch nicht einmal der illegal eingereiste Afghane seine Hände für heben würde, war mir persönlich gar nicht so bekannt. Oder wie wäre es mit den traditionellen Küstenfischern Afrikas, welche in ihren klapprigen Booten mittlerweile weit hinaus auf den Atlantik müssen um überhaupt noch Fische fangen zu können? Früher war das alles noch recht einfach, bis die großen Fischverbrauchernationen beschlossen haben diesen Leuten mit Hilfe riesiger Fangflotten das letzte bisschen Fisch direkt vor der Küste weg zu fangen. Andererseits – drauf geschissen, solange mein Fisch im Supermarkt billig ist, ist doch alles in Ordnung. Bin ja auch ein Sklavenhalter, ich darf das. Und beruhigen kann ich mein Gewissen dann noch damit, dass dank meinem Fischkauf im Supermarkt die 8-jährige Ngoye aus Somalia jetzt endlich einen festen Job hat, als Zinnschürferin in einer Billiglohnmine, in der sie im Monat nicht das verdient, was bei uns ein Hartz-IV Empfänger in der Stunde bekommt. Arbeit für Afrika, so muss das sein. Und was bedeutet das für die Zukunft? Ziemlich simpel, ich rechne fest damit, dass bald nicht mehr nur Schiffe gekapert werden, sondern auch Flugzeuge, Autos, Reisebusse und alles Andere, was den Afrikanern ermöglicht uns zu schaden. Und ihre Hauptwaffe haben die Afrikaner noch gar nicht eingesetzt – den Export von Billigarbeitskräften nach Europa in großem Stil, wie es die Asiaten längst machen. Und wer muss darunter leiden? Wir alle. Aber vor allen Dingen unsere Kinder, die sich mit den Folgen dieser Entwicklung auseinander setzen müssen. Sofern bis dahin nicht sowieso die Weltmeere leer gefischt sind und sie nichts mehr zu beissen haben oder die einheimische Makrele als Delikatesse für 120€ gehandelt wird.

Rege ich mich darüber überhaupt noch auf, wenn ich in meinem Gartenstuhl sitze (der mit Sicherheit auch aus einem Billiglohnland kommt)? Ja, das mache ich! Ich bin stinkwütend! Nur weil wir zu faul und zu träge sind, diese Mißstände anzuprangern und den Verantwortlichen das Fell über die Ohren zu ziehen bis es raucht, werden unsere Kinder eines fernen Tages über uns Gericht halten und uns verurteilen und das völlig zu Recht! Wir sind es, die diese Fehler kennen und beheben könnten, aber wir tun es nicht. Stattdessen sind wir damit zufrieden in unseren Gartenstühlen zu sitzen und uns in Zeitschriften anzuschauen, was dort an Tatsachen in übelster polemischer Weise auf die Seiten geschissen wird ohne dass wir es kritisch hinterfragen.

Wo sind die Wutbürger? Wo ist der Geist der 68er geblieben? Und wo ist derjenige, der mir eine plausible Entschuldigung nennen kann, die meine Tochter in zwanzig Jahren akzeptiert für all das, was wir heute so gelassen hinnehmen?

Habe fertig.

Veröffentlicht 02/08/2011 von kaiserdrache in Uncategorized

Denglish für die masses! 1337 5peech rulez!   Leave a comment

Deutsches spr4che sein grosses Kulturgut! weissu – is voll tight Land von Dicht3r und think35!

Ist Ihnen so etwas oder so etwas Ähnliches schon einmal begegnet? Wenn Sie viel in den Tiefen des Netzes unterwegs sind, so wie das bei mir der Fall ist, dann stossen Sie irgendwann zwangsläufig auf die intelligenzfernen Kommentare selbsternannter Sprecher einer neuen Sprache. Dabei kann es sich um zum Beispiel um das beliebte denglisch handeln, über das wir spätestens seit Gayle Tufts aufgeklärt sind, in schlimmeren Fällen handelt es sich um das sogenannte Leetspeak und wenn sie einen ganz schlechten Tag erwischt haben, dann geraten sie an einen Kollegen oder eine Kollegin, die beide Formen dieser Großhirnrinde zersetzenden Ausrucksweise kombiniert.

ich muss ganz ehrlich bekennen dass ich mich früher darüber aufgeregt habe wenn menschen im internet durchweg alles klein geschrieben haben und die erfindung der interpunktion großzügig ignoriert haben mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und stufe diese kategorie mensch noch als harmlos ein schließlich kann man mit ein wenig phantasie viel kaffee und reichlich zeit in jedem fall noch herausfinden was die generelle intention einer solchen aussage war darüber rege ich mich schon lange nicht mehr auf seit die oben erwähnten formen verbaler diarrhoe ins netz einzug gefunden haben

Jetzt mal ehrlich – niemand erwartet im Internet dieselbe Qualität der deutschen Sprache wie sie an Schulen gefordert wird (oder wenigstens gefordert werden sollte) oder wie sie in Büchern zu finden ist, die vor der Veröffentlichung mehrfach von professionellen Lektoren gelesen und korrigiert wurden. Fehler passieren immer mal wieder und ich wäre der Letzte, der nicht Verständnis dafür aufbringen würde. Mir selber passieren ständig Fehler, sei es durch klemmende Tasten auf der Tastatur oder ganz simpel durch Ablenkung beim tippen oder meinetwegen auch, weil ich selber unaufmerksam war. Alles völlig legitim. Aber die geistigen Ergussformen, welche in den letzten Jahren ins Netz gekommen sind, sprengen mittlerweile locker den Rahmen dessen was man noch akzeptieren kann. Ich frage mich mittlerweile ganz ernsthaft, ob es “cool” ist dämlich zu sein oder wenigstens so zu erscheinen, als ob man frisch von einer Lobotomie kommen würde, bei der einem das Sprachzentrum herausoperiert wurde. Nach knapp drei Jahren als Moderator in einem der größten deutschsprachigen Foren zweifele ich keine Sekunde mehr daran, dass viele Internetnutzer ihre Deutschkenntnisse in der Sekunde zuhause lassen, in der sie den Rechner einschalten und online gehen. Dabei kann es doch nicht so schwer sein, sich rhetorisch nicht wie ein Schimpanse mit Alkohol induzierter Schlagseite zu verhalten, oder? Okay, okay. Bevor jetzt wieder das Totschlagargument kommt, dass deutsche Bürger mit Migrationshintergrund (früher nannte man das noch simpel Ausländer) sowieso nicht immer ein perfektes deutsch sprechen und / oder schreiben, erkläre ich direkt, dass diese spezielle Zielgruppe heute aussen vor bleibt. Aber mir kann doch keiner erzählen, dass es sich ausschließlich um in Deutschland lebende Ausländer handelt, die so einen verqueren Murks auf ihrer Tastatur fabrizieren. Nie nicht! Ein Großteil dieser Internetnutzer werden ganz normale Deusche sein wie sie und ich, die im realen Leben durchaus ein passables deutsch sprechen. Gut, beweisen kann ich das natürlich nicht, aber dieses Gefühl drängt sich mir schon mächtig auf.

Dabei nervt mich vor allen Dingen, dass es anscheinend cool und stylish ist, seinen eigentlich in german verfassten Text mit Anglizismen und Neologismen vollzustopfen, die simply english klingen sollen. In recent times bediente sich ein kleiner part der selbsternannten “geistigen Elite” Deutschlands noch expressions, welche aus dem lateinischen oder französischen entlehnt waren, mittlerweile hat man so das feeling, dass man nur noch dann hip und trendy ist, wenn man jeden zweiten Satz mit tighten englischen Wörtern oder Dingen, die man für englische Wörter hält, spickt. Und nein, chatspeak ist nicht das topic hier. Ein freundliches “lol” oder “rofl” in einem schnellen Chat, bei dem man nur rarely die Zeit hat ganze Sätze zu tippen, ist völlig okay. Mir geht es um die Topics und Threads auf den Boards, wo sich User alle Zeit der Welt nehmen können, um ihren content checken zu können. Aber warum beschwere ich mich eigentlich? Die Medien machen es doch vor – ganze Werbeblöcke im deutschen Fernsehen werden in englisch gesendet und kein Mensch regt sich mehr darüber auf (ist es ihnen aufgefallen? Kein englisches Wort in diesem Satz!). Wen juckt es denn auch schon, wenn Tante Lenchen zwar einen Berg an Kohle hat, den sie gerne für im Fernsehen beworbene Produkte ausgeben möchte hat, aber keine Englischkenntnisse um zu verstehen, was da eigentlich beworben wird. Ist mein anger also misplaced? Oder ist mein kritisches feedback absolut justified?

Himmel hilf! An dieser Stelle beende ich den vorangegangenen Absatz, diese Verunglimpfung der deutschen Sprache ist ekliger zu schreiben als die Vorstellung eine öffentliche Toilette zu reinigen. Nichts gegen die englische Sprache, wirklich nicht. Ich selber bin bekennend anglophil, aber das bedeutet noch lange nicht, dass ich diese Sprachvermischung mögen muss. Und wir sind noch nicht einmal bei der schlimmsten Perversion angekommen, die das Internet und die deutsche Sprache verbindet – dem sogenannten leet speech. Da ich seit gut zwei Jahren Spielmoderator bei einem der größten Onlinespiele der Welt bin, bekomme ich tagtäglich aus erster Hand zu sehen, wie hirnzersetzend das sein kann, was manche Menschen als Sprache interpretieren. Glauben Sie mir, wenn sie das erste Mal über ein “>3 rofl, n00b” gestolpert sind, dann sensibilisiert sich ihr Sprachzentrum für die Perversitäten, die man aus einer handelsüblichen zehn Euro Tastatur saugen kann. Ein freundlich flehendes “h3lp!!!! pl0x 5k111z 5uXX!” intern im eigenen Gehirn zu übersetzen, fordert dagegen schon ein wenig mehr geistige Flexibilität. Falls sie nicht wissen, was hier gemeint war (und ist keine Bildungslücke…), im ersten Beispiel hat sich ein Spieler über einen anderen lustig gemacht und ihn als Anfänger tituliert, im zweiten Beispiel hat jemand nach Hilfe gefragt, weil seine Fähigkeiten im Spiel nicht ausgeprägt sind. Untermalt wurde Beispiel 2 durch das lautmalerische Wörtchen “pl0x”, welches verdeutlichen soll, dass eine Dame des horizontalen Gewerbes das Wort “please” (bitte) nur sehr schwer aussprechen kann, wenn sie gerade Oralverkehr ausübt.

Ich weiß ja nicht, was Sie sich jetzt denken, aber mir persönlich läuft jedesmal ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich mit solch geistigen Ergüssen konfrontiert werde. Man kann es sicherlich als Jugendkultur bezeichnen, man kann es aber auch, und ich stehe hierzu, als Verdumpfung und Vergewaltigung einer einstmals schönen Sprache bezeichnen. Für mich persönlich bleibt ein Fazit mit schalem Beigeschmack, ab heute werde ich meine eigenen Beiträge im Internet noch etwas kritischer darauf testen, ob sie allgemein verständlich sind und ich werde versuchen das Fehlerniveau noch einmal zu senken. Was denglisch und leetspeak angeht – ganz klar ohne mich!

Veröffentlicht 30/07/2011 von kaiserdrache in Internet

Oslo & Utoya   Leave a comment

Eigentlich war an dieser Stelle ein Artikel zum Thema “deutsches Gesundheitssystem” geplant, aber aus aktuellem Anlass gebe ich diesem Artikel den Vorzug.

Einleitend sei erwähnt, dass der heutige Blogartikel keinerlei Sarkasmus oder Zynismus enthält und lediglich dazu dient mir meinen eigenen Frust und meine Trauer von der Seele zu schreiben, von daher bitte ich um Verständnis wenn meine Stammleser diesmal nicht das bekommen, was sie von mir gewohnt sind.

 

Die letzten Tage standen, ohne jeden Zweifel, völlig im Zeichen der Anschläge in Norwegen. Der Bombenangriff auf das Regierungsviertel in Oslo und das Massaker auf Utoya gehören ganz sicher mit zu den schlimmsten Dingen, die ich in meinen knapp 40 Jahren jemals erleben musste. Mich erreichte zuerst die Nachricht vom Bombenanschlag und mein erster Gedanke war, dass wieder einmal radikal fundamentalistisch motivierte Gruppen zugeschlagen hätten. Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass hier einzig und allein ein einzelnes Individuum verantwortlich ist.

Ich muss gestehen, dass ich kein religiöser Mensch bin und mich bisher von keiner der Weltreligionen habe überzeugen lassen, dass ihre Thesen stimmen würden. Aber angesichts der Anschläge in Norwegen muss selbst ich anerkennen, dass manche Menschen grundlegend schlecht sind, dass ihr moralischer Kompass derart vergiftet ist, dass sie nur noch als Inkarnation des Bösen angesehen werden können. Aber ich werde mich hier nicht über Herrn Breivik auslassen, dafür wird die norwegische Justiz sorgen.

Mir persönlich geht es um die Opfer in Norwegen. Unschuldige Menschen, die wegen der Laune eines einzelnen verschissenen Arschlochs sterben mussten und deren Angehörige jetzt mit der vollen Auswirkung dieser Tat konfrontiert werden. Es ist so unglaublich traurig, dass wertvolle junge Leben so sinnlos und abartig beendet wurden. Niemand wird je erfahren, ob auf Utoya nicht der nächste Mozart gestorben oder der nächste Alan Shearer sein Ende fand. Diese unendlich tragische Vergeudung menschlichen Lebens macht mich so dermassen betroffen, dass ich kaum weiß, was ich dazu sagen soll.

Ich weiß nur, dass meine Frau und meine Tochter zur Zeit in Norwegen Urlaub machen und ich wage es nicht mir vorzustellen, wie ich mich fühlen würde, wenn diese von mir geliebten Menschen bei einem der Anschläge gestorben wären. Wahrscheinlich wäre ich komplett ausgerastet. Und genau so geht es jetzt hunderten von Norwegern, deren Söhne und Töchter bei dem Massaker umgekommen sind. Will ich mir wirklich vorstellen wie groß das Leid ist, dass dieser Wahnsinnige über Norwegen gebracht hat? Wahrscheinlich nicht.

Ich mag nicht mehr. Nicht solange es immer noch Menschen auf dieser Welt gibt, die der Meinung sind, dass sie dadurch, dass sie anderen Menschen Leid zufügen eine politische Aussage treffen können. Und ich weiß noch nicht einmal, wie man einen Unheilsbringer dieser Kategorie bestrafen soll. Das norwegische Gesetz scheint 21 Jahre Höchststrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung vorzusehen und ich bin bereit zu wetten, dass Breivik diese Strafe auch bekommen wird. Aber lindert das den Schmerz der Opfer? Wohl kaum. Das zu bewirken wird die Justiz nicht schaffen, sondern es wird Aufgabe eines jeden einzelnen von uns sein, diesen Menschen beizustehen, sofern uns die Chance dazu gegeben wird.

Mein tief empfundenes Mitgefühl an alle Betroffenen.

Veröffentlicht 26/07/2011 von kaiserdrache in Uncategorized

Wir wollen Sieger sehen!   Leave a comment

Es war einmal im Jahre 2011 nach Christus….

In einem kleinen Land, mitten in Europa, findet ein medial begleitetes Großereignis statt, dass die Augen der Welt auf sich zieht. Die Frauen WM in Deutschland ist größer, schöner und anspruchsvoller als jede der bisher gesehenen Weltmeisterschaften und der deutsche Michel ist fest überzeugt, dass unsere Damen Weltmeister werden, übrigens zum dritten Mal in Folge. Die großen Fernsehsender überschlagen sich in ihrer Euphorie und dem intelligenzfernen Zuschauer wird suggeriert, dass Prinz, Grings und Kolleginnen in jedem Fall beste Chancen haben den Titel wieder zu holen. Hach, welche Untertreibung. Tatsächlich sind die anderen Mannschaften, das sind die, die jetzt immer noch spielen, doch lediglich bloße Statisten um dem deutschen Team eine Bühne für die formvollendete Show zu bieten. Doch ein kleines Land hat es gewagt dem Deutschen seine Lieblingsmädels madig zu machen und das mit einer Abgeklärtheit, die für den turmhohen Favoriten an diesem Abend nicht zu erreichen war. Das Unmögliche ist geschehen – Japan hat uns aus dem Turnier geworfen. “Wir” sind draussen und “wir” sind diesmal auch nicht Sieger.

Gott sei Dank. Ich weiß ja nicht wie es den deutschen Fußballerinnen ergangen ist, aber ich persönlich hätte nicht unter dem Druck spielen wollen um jeden Preis siegen zu müssen. Wie ein tonnenschwerer Schatten hing über den deutschen Damen der Druck einer Nation die nur Eines will – Sieger sehen. Wer nicht siegt, ist uninteressant. Dabei ist die deutsche Fussballnationalmannschaft der Frauen nur ein weiteres Beispiel dafür, dass die jahrzehntelang propagierte These “Dabei sein ist alles” im modernen Deutschland schon lange nichts mehr wert ist. Wer kein Siegertyp ist, der ist uninteressant. Wer Durchschnitt ist, wird belächelt. Und wer zu den sogenannten Verlieren gehört, wird ungeachtet der Umstände hinter vorgehaltener Hand verspottet und verschmäht. Glauben Sie nicht? Dann werfen wir doch mal einen Blick zurück in die Vergangenheit.

Boris Becker und Steffi Graf sind zwei Namen, an die sich die älteren Leser vielleicht noch erinnern. Zwei junge Menschen, die völlig aus dem Nichts und unbekannterweise das bedeutendste Tennisturnier der Welt gewonnen haben. Und was haben die beiden damit ausgelöst! Ganz Deutschland spielte auf einmal Tennis, die Kinder bekamen ohne Ende Privatstunden in einem Sport, der bis dahin einer gesellschaftlichen Elite vorbehalten war. Ein Boom sondersgleichen, der bis heute anhält! Moment mal. Hält er ja gar nicht. Tennis ist heute ungefähr wieder so beliebt wie Rasenhalma und der Boom ist lange vorbei. Aber wann brach der ein? Ah ja – genau, der brach ein, als es keine deutschen Sieger mehr gab. So ein Zufall, aber bestimmt nicht mehr. Dafür spielen heute all Jungen und Mädels Handball, nachdem die deutsche Nationalmannschaft unter Heiner Brandt Weltmeister geworden ist. Ne, auch nicht. Das war auch nur ein kurzes aufflackern, als “wir” gerade Sieger waren. Oder wie wäre es mit unserem Nationalsport? Nein, nicht Fußball, sondern die Spritverschwendung beim gemeinsamen im-Kreis-fahren, also der Formel 1. Seit Schuhmacher gucken wir doch auch alle stundenlang Autorennen! Na ja, okay. Bleiben wir ehrlich – jetzt auch nicht mehr, wo Schummi keinen Blumentopf mehr gewinnt. Und wo wir gerade dabei sind, bei meinem beiden Lieblingen Schuhmacher und Vettel betrügt sich die Nation auch noch selbst – das sind Schweizer, meine lieben Siegersucher. Die zahlen ihre Steuern nämlich nicht hier im Vaterland, sondern im Steuerparadies nebenan. Genau genommen siegt da also die Schweiz und nicht Deutschland, aber das geht etwas am Thema vorbei. Zurück zum Thema. Sie haben natürlich dieses Jahr auch die Tour de France geschaut, weil sie das die letzten Jahre über auch immer interessiert hat. Nein? Könnte das daran liegen, dass “wir” diesmal nichts gewonnen haben und unser Tablettenschlucker Ullrich längst zur persona non grata verkommen ist?

Ich denke, dass man an dieser Stelle die Beispiele ruhig stoppen kann. Meine These ist untermauert – wir wollen nur Sieger sehen. Und wer nicht siegt, der fällt in der Gunst des Publikums schneller als die FDP in den aktuellen Meinungsumfragen. Leid tun mir dabei nur die Millionen von Sportlern, die unsere ehrliche und aufrichtige Bewunderung verdient hätten, die jedoch niemals einen angeschlagenen Blumentopf gewinnen werden. Leid tun mir auch all diejenigen Sportler, die in der Vergangenheit herrausragende Leistungen gezeigt haben und die wir jetzt kaum noch eines Blickes würdigen, nur weil sie nicht in der Lage sind wieder und wieder und wieder zu gewinnen. So ein Fall sind für mich die deutschen Damen.

Mädels, ganz ehrlich. Ihr habt mir schon soviel tollen Fußball gezeigt, dass ich Euch treu bleibe. Sowohl in der Damen-Bundesliga als auch in der Nationalmannschaft. Und selbst wenn ihr den oben erwähnten Blumentopf in den nächsten Jahren nicht ansatzweise gewinnt, wen interessiert schon die degenerierte Geisteshaltung der Leute, die ihre fetten Ärsche an Stammtischen und Sofasesseln platt drücken und über Sportler lästern, die ausnahmsweise einmal verloren haben. Dabei sind das genau die Leute, die keine 100 Meter zum Zigarettenautomat gehen können ohne dabei die 30 Minuten Marke zu unterbieten.

Veröffentlicht 17/07/2011 von kaiserdrache in Sport

Schattenkabinett   1 comment

Nun ist es raus, unsere Kanzlerin verfügt weder über Moral noch Ethik! Aber okay, muss man sich ernsthaft noch darüber wundern, wo doch schon jedem bekannt war, dass sie auch kein Rückgrat hat? Wenn man in den vergangenen Wochen die Katastrophe in Fukushima verfolgt hat, dann ist einem höchstwahrscheinlich schlecht geworden. Unabhängig von den Umständen muss man ganz klar Mitleid und Entsetzen mit den Japanern vor Ort haben. Was dort geschehen ist, ist eine schreckliche Katastrophe und nichts kann diesen Fakt beschönigen. Was als Folge von Fukushima passiert, und das in deutschen Landen, ist jedoch noch viel schlimmer. Frau Angela “da-muss-ich-mal-andere-fragen” Merkel und ihre Parteigenossen spielen dieser Tage so schlecht Fähnchen im Wind, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob die CDU ganz bewusst versucht ihren nächsten Wahlkampf in den Sand zu setzen um sich mit den aktuellen Problemen nicht ernsthaft befassen zu müssen. Da erscheint es doch viel einfacher von der Oppositionsbank “nein” zu schreien, als selber handfeste und klare Politik zu machen. Und was macht unsere Oberkarnevalistin aus dem Osten als Reaktion auf die massiven Volksproteste gegen Atomkraft? Sie tut das einzig Richtige aus ihrer Sicht- sie beruft eine Ethikkomission ein. Nun, mit der Ethik ist das so eine Sache, denn entweder hat man die selber oder man hat sie nicht. Und wenn man erst andere bemühen muss, dann darf man sich doch fragen, was man moralisch von einer Volksführerin halten soll, die selbige Tugend anscheinend nicht besitzt.

Aber schweifen wir für einen Moment ab. Das Kernthema ist ja die Atomkraft und im Prinzip wissen wir alle, was wir davon zu halten haben. Nuklearenergie zu benutzen bedeutet nichts Anderes, als heute auf Kosten unserer Kinder und der nachfolgenden Generationen Energie zu benutzen, die dermassen katastrophale Folgen für die Umwelt hat, dass selbst die hartnäckigsten Intelligenzverweigerer wissen, was für einen Dreck wir der Umwelt antun (ersatzweise Formulierung: im Salzstock einlagern, ins Ausland verschiffen….). Atomkraft ist und bleibt die schlechteste Form der Energiegewinnung und jeder Depp mit mehr Gehirnzellen als das durchschnittliche Körnerbrötchen weiß das auch. “Atomkraft ist sicher!” ist wahrscheinlich der dümmste und gleichzeitig verlogendste Satz, den ich je gehört habe. Sicher ist da gar nichts. Harrisburg, Tschernobyl und jetzt Fukushima waren auch alle “sicher”. Und die Titanic war unsinkbar. Und Brasilien war im Fussball unbesiegbar. Klar. Begriffen und umgesetzt haben das bis heute nur die Grünen, wobei auch hier ideologische Ziele längst politischer Real- und Tagespolitik gewichen sind. Unter der Ägide Schröder hätte man sich viel deutlicher für einen sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie einsetzen können, hat sich dann aber mit dem Dosenpfand begnügt. Nun ja, jedem das Seine. Fakt bleibt, dass wir den nuklearen Wahnsinn problemlos beenden könnten. Ein Umstieg auf alternative Energien ist machbar, das einzige Hindernis derzeit sind die Kosten. Aber mal ganz ehrlich – wir hauen in diesem schönen Ländle dermassen viel Pulver für absoluten Mist auf den Kopf, dass es auf die paar Mark mehr oder weniger bei den Schulden auch nicht ankommen würde. Nein, der status quo ist nicht haltbar, aber wer weiß das schon? Okay, okay. Jeder durchschnittliche Bundesbürger weiß das. Wahrscheinlich auch alle Insassen von Altersheimen, Besucher von Kindergärten und die Dauergäste von Irrenanstalten. Aber wer in Berlin will das schon wissen? Unsere Politiker? Ich bitte Sie, einem Politiker gesunden Menschenverstand zuzusprechen ist in etwa so, als würden Sie prognostizieren, dass die Seychellen die nächste Fußball WM gewinnen.

Und genau deshalb hat Angie ja auch ihre Ethikkommission einberufen. Heutzutage muss man outsourcen, sprich: Wenn man selber weder Ethik noch Moral hart, von gesundem Menschenverstand gar nicht zu sprechen, dann holt man sich Leute, welche über genau diese Charakterzüge verfügen. Frage: Warum zur Hölle sitzen dann in dieser vermaledeiten Komission auch nur Politiker, denen selbige Eigenschaften total abgehen? Erster Vorschlag: Ein Moratorium bis 2022. Nehmen wir doch für einen kurzen Moment mal unseren Sachverstand und rechnen das durch. Elf Jahre weitere Laufzeit macht rund 4.000 Tage Restlaufzeit. Bei aktuell 17 betriebenen Reaktoren (Quelle: Wikipedia) macht das pi mal Nase 68.000 Tage Reaktorenrestlaufzeit in Deutschland. Ich weiß ja nicht, was Sie jetzt denken, aber ich persönlich bekomme das kalte kotzen wenn ich an ein solches Szenario denken muss. Aber was erwarte ich von deutschen Politikern? Schnelle Entscheidungen? Ausgesprochene Tatsachen? Fakten? Schnelle Entscheidungen im Sinne des deutschen Bürgers? Da wir uns hier im Internet bedinden, erlaube ich mir an dieser Stelle passend zu antworten: LOL! ROFL! LMAO! (und wenn sie nicht wissen, was das zu bedeuten hat, warten Sie einen der nächsten Artikel ab oder schlagen Sie es selbst nach)

Nein, das Hauptproblem der ganzen Angelegenheit liegt ganz woanders. Nicht bei der Thematik der Atompolitik an sich, sondern in Berlin im Bundestag. Dominiert wird die deutsche Politik im Moment von namens- und charakterlosen Gestalten, die so wenig eigene Identität in der Öffentlichkeit zeigen und so wenig Meinung aussprechen, dass es Ihnen gelingt ihre Politik nahezu im Verborgenen zu betreiben. Glauben Sie mir nicht? Gut, überprüfen wir es. Ein Schnelltest für alle Leser: Wer ist aktuell deutscher Innenmister? Wer leitet das Ressort für Gesundheit? Und wer ist Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz?

Keine Ahnung? Ist nicht schlimm, zwei von den drei gefragten Personen musste ich auch nachschlagen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Hans-Peter Friedrich Innenminister ist, Gesundheit liegt in den Händen von Daniel Bahr und Ernährung und Landwirtschaft wird von Frau Aigner gemanaget. Kennen Sie vielleicht noch die Zeiten, wo man seine Politiker kannte? Wo man zwar Menschen in diesen Ämtern hatte, die man nicht leiden konnte, die aber wenigstens konsequent zu ihrer Politik standen und es auch wagten mit dieser Meinung an die Öffentlichkeit zu gehen? Unvergessen Nobbi Blüm, der zwar (in meinen Augen) die lausigste Politik aller Zeiten gemacht hat, das aber wenigstens konsistent. Erinnert sich noch jemand an “uns Theo” Waigel? Finanzminister von Gottes (also Kohls) Gnaden, unbeliebt wie nur was, aber trotzdem als Politiker geachtet? Oder eventuell an einen Außenminister namens Joschka Fischer? Ich bin ja generell kein Fan von Verallgemeinerungen, aber unsere aktuellen Schattenpolitiker, ohne prägende Meinung, ohne aussagekräftige Argumente und nur zusammengehalten von leeren Worthülsen und Inhalts- sowie Sinnfreier Rhetorik sind einfach nur Politiker von der Stange, größtenteils ungeeignet für irgendwelche Führungsaufgaben und dennoch dürfen sie ihren Arsch in den Regierungssesseln platt sitzen. Ich frage mich mittlerweile ernsthaft, wie viele Politiker wir entlassen müssten, wenn sie weniger als 20 Prozent aller Bundesbürger kennen? Wahrscheinlich müssten wir das halbe Kabinett entsorgen. Aber das können wir natürlich nicht machen, die Entsorgung von ausgemusterten Politikern ist ja mittlerweile teurer als die Verklappung von Atommüll.

Und das Fazit? Simpel. Leere Politik, gemacht von einem Schattenkabinett, dass sich selbst noch von ethisch anscheinend besser positionierten Menschen beraten lassen muss. Mein Favorit dieser Tage war eine Vertreterin der Piratenpartei. Ihre Antwort auf die Frage, wie es in der Atompolitik ihrer Meinung nach weitergehen sollte, war lapidar: “Davon habe ich keine Ahnung, da müsste man einen Experten fragen.” Herzlichen Glückwunsch, inhaltlich ist das zwar nicht unbedingt aufbauend, aber es ist eine ehrliche und klar verständlich Antwort. Und sie besitzt genug Mut um sich an jemanden wenden zu wollen, der das Thema versteht. Das ist zu 500% mehr, als man derzeit aus den Schatten Berlins erwarten kann. Meine Stimme hat die Frau.

Veröffentlicht 22/05/2011 von kaiserdrache in Politik

Ansichtssache   1 comment

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Preisfrage: Wo haben Sie zuerst hingeschaut, als Sie heute das Blog geöffnet haben? Auf die Überschrift? Den Text? Oder haben Sie geschaut, ob ich endlich einmal meine kategorische Faulheit überwunden habe und endlich mal etwas Sinnvolles in die Frames gebastelt habe? Oder sollten Sie etwa zu denjenigen gehören, die als Erstes einen Blick auf die bildlich dargestellte Genitalstudie geworden haben? Ich bitte Sie, das muss Ihnen nicht peinlich sein. Die Darstellung männlicher und weiblicher Geschlechtsorgane ist seit Jahrtausenden ein Blickfang und selbst die Werbestrategen der Inkas verzierten die Eingänge der Tempel bereits mit übergroßen Vaginas. Denn schon damals wusste der kluge Priester – Sex sells! Wer geht denn auch schon zum Hohepriester, wenn der nichts ausser Menschenopfern, Blutzeremonien und lauen Sprüchen im Angebot hat? Genau – niemand! Und wer jetzt meint, dass das ganz andere Zeiten waren, der irrt und zwar gewaltig. Das Prinzip ist heute dasselbe, nur ist die Art und Weise der Präsentation verfeinert worden. Wäre ja alles gar nicht tragisch, wenn wir uns dabei nicht selbst belügen würden….

Und damit sind wir beim heutigen Thema. Sex in den Medien und die Wahrnehmung in der Gesellschaft. Einige Leser dieses Blogs haben vielleicht meinen etwas älteren Beitrag zum Thema Pornos gelesen und sind bereits vorgewarnt, dass ich das Thema ausgesprochen liberal und locker angehe. Was genau der Grund ist, warum ich mich tagein, tagaus über den Umgang der Deutschen mit diesem Thema ärgere. Aber der Reihe nach. Wir Deutschen sind ja in Europa nicht unbedingt als sexuell offene Menschen verschrien, gut – auch nicht zwingend als verklemmt, aber bei dem Thema erwartet man doch eher einen Verweis auf unsere Nachbar, die Franzosen oder die Italiener. Okay, der Fairness halber sei gesagt, dass kein Mensch auf die Schweizer verweisen würde, aber ich will mir ja nicht wieder anhören müssen, dass ich billige Klischees benutze. Das stimmt zwar, ist heute aber gar nicht Thema. Nein, hier geht es um Sex. Und zwar um reichlich davon, denn die Medien überschwemmen uns mittlerweile dermassen damit, dass man meinen sollte, Deutschland wäre eine vergrößerte Version eines holländischen Swingerclubs aus den 90er Jahren und zwar mit all seinen Vorurteilen. Kaum eine Werbung ist mehr im Fernsehen zu sehen, die ohne halbnackte Menschen auskommt, kein noch so hirnzerstörender Quiz- und Ratekanal, der nicht mindestens eine vollbusige, silikonvergrößerte und nackte Moderatorin im Angebot hätte und selbst das gute alte Printmedium, die Zeitung, lässt uns nicht im Stich. Auch dort findet sich massenhaft nackte Haut, die einen von Hochglanzfotos aus anstarrt. Und es stört niemanden.

Auf der anderen Seite haben wir die Hüter von Moral und Anstand, die nach wie vor darauf beharren, dass gewisse Dinge im Fernsehen nicht gezeigt werden. Natürlich, ganz selbstverständlich, sind wir alle damit zufrieden. Ist ja auch kein Problem, wenn nackte Muschis gezeigt werden dürfen, die Schwänze der Herren aber jedesmal geschickt hinter einem Oberschenkel verborgen werden. Clever! Dass da System hintersteckt, hat natürlich überhaupt noch niemand von uns gemerkt. Wir sind ja auch blöd. Genauso wenig wird das männliche Geschlecht jemals begreifen, dass die geile langbeinige Blonding, die neben dem Auto in der Werbung steht, nicht mit im Preis inbegriffen ist. Klare Sache, soviel Cleverness können die Werbedeppen in ihren überbezahlten Jobs uns ja auch nicht zutrauen. Und wohin führt uns das? Nun, mit einer wenig humorigen Note führt uns dieser Umstand in eine Krise. Einerseits ist massig nacke Haut zu sehen, in deutschen Schlafzimmern, Küchen und auf Rastplätzen wird hemmungslos gevögelt was das Zeug hält, Anbieter von Erotikartikeln verzeichnen Rekordumsätze und jede Woche eröffnen neue Swinger- oder Pärchenclubs. Andererseits verhindert ein Haufen Moralisten mit verklemmt spießigen Vorstellungen den totalen und ehrlichen Einzug dieser Tatsache in die Köpfe der restlichen Bevölkerung. Die Gretchenfrage ist jetzt, was wird die Zukunft uns bringen? Und viel wichtiger – wie gehen wir als Gesellschaft damit um?

Machen wir uns doch nichts vor, seien wir ehrlich. Ich vögele gerne, Du vögelst gerne und Millionen anderer Deutscher lieben es genauso. Nackte Haut ist geil! Und auch wenn die meisten von uns nicht permanent in einer erotischen Stimmung durch das Leben wandeln, so sind wir doch durchweg dafür empfänglich. Nicht umsonst existieren Millionen von erotischen Seiten im Netz. Aber die besucht ja keiner. Genau – alle reden darüber, aber anschauen tut es sich niemand. Und die “Sport-Clips” laufen nachts auch, weil sie keiner sehen möchte. Darf ich mal ganz ehrlich was sagen? Wir praktizieren Bigotterie und lieben es auch noch. Oder wenig höflich formuliert, dafür mit einem Hauch mehr Ehrlichkeit. Wir belügen uns selbst und andere Menschen, wenn es um das Thema geht. Nicht? Ich sehe Sie genau vor dem Bildschirm grinsen, ja – Sie! Haben Sie noch nie der Nachbarin erzählt, dass sie noch dringend Akten für den nächsten Tag aufarbeiten müssen, während Sie nur daran gedacht haben, schnellstmöglich zurück zu ihrem Partner ins Schlafzimmer zu gelangen? Aber was klingelt die dusselige Nachbarin auch so unpassend? Mussten Sie sich noch nie herausreden, weil sie vergessen haben von der letzen “Spielsession” den Dildo / Vibrator / die Handschellen wegzuräumen und jemand anders darüber gestolpert ist? Doch, natürlich ist ihnen das passiert. Das oder etwas sehr Ähnliches. Und was haben Sie gemacht? Sie haben sich herausgeredet, sich gewunden und gelogen. Heuchler! Okay, okay. Ich gebe es ja zu, ich rede mich bei so etwas auch heraus, aber sollten wir nicht im dritten Jahrtausend nach Christus begriffen haben, dass Sex etwas Wundervolles ist? Sollten wir nicht in der Lage sein, bei einer Situation wie oben beschrieben zu sagen: “Och Tante Helene, mein Mann/Frau hat mich gerade halb um den Verstand gevögelt und der wahnsinnige Orgasmus hat so lange nachgeklungen, dass ich nicht daran gedacht habe die Liebeskugeln wieder wegzuräumen.” Und wenn Tante Helene dann sagt: “Wow, ich beneide Dich, dass muss toll gewesen sein”, anstatt sich halb verschähmt der Schwarzwälder Kirschtorte zuzwenden, dann sind wir auf dem richtigen Kurs. Sex sells! Nur leider noch immer nicht ehrlich.

Das gleiche heuchlerische Bild zeigt sich übrigens auch in den klassischen Medien. Noch immer sind “echte” Pornos im Fernsehen verboten und das einzig und alleine aus dem Grund die Jugend zu schützen. Dass ich nicht lache. Jede mittelmäßig begabte Achtklässlerin zeigt Ihnen heute im Internet wo der Hammer hängt und viel wichtiger – sie kann es einordnen. Anstatt also das Ausmaß der öffentlichen Zurschaustellung zu kontrollieren, indem man Erotik und Sex mit Niveau im Fernsehen anbietet, wird weiterhin auf dem Lemma der 50er Jahre herumgeritten und nur vage Andeutungen und Ausschnitte gezeigt. Meine lieben Herren Intendanten, wachsen Sie auf! Bereits im Kindergarten kennt unser Nachwuchs das “Piesel und Scheide” Spiel, ab der weiterführenden Schule haben unsere Kinder das theoretische Wissen wie der Vorgang funktioniert und die Wenigsten schaffen es jungfräulich zur mittleren Reife. Aufklären und sinnvolles Material anbieten muss die Parole heissen, nicht verstecken und verheimlichen.

Jawoll, ich bekenne! Ich fordere mehr Licht in Sexshops und keine verdeckten Schaufenster. Ich fordere keine Heimlichtuerei mehr in der Werbung. Zeigt uns doch den ganzen Körper des Davidoff Blue Mannes, verflixt noch eins! Wenn der Dödel von dem Kerl halb so geil ist wie der Oberkörper, dann haben wir ein verdammtes Recht darauf das zu sehen. Und ich fordere vor Allem Ehrlichkeit im Umgang mit diesem Thema. Schluss mit den ganzen Ausreden und dem Versteckspiel! Die Nachbarn wissen sowieso, dass sie niemals nach 20:00 Akten zuhause lesen und außerdem haben die beiden auch ein Schlafzimmer.

In diesem Sinne – macht das Licht an und beleuchtet das Thema neu, das Mittelalter ist vorbei.

Veröffentlicht 20/05/2011 von kaiserdrache in Alltag

Schmerzen!   Leave a comment

Nun ist es seit einigen Tagen amtlich. Borussia Dortmund ist deutscher Fussballmeister. Und ich persönlich muss sagen, es schmerzt. Es schmerzt heftig in meiner Seele, die schon seit Jahren königsblau schlägt. An und für sich wäre das ja kein Problem, die weniger fanatischen Schalke Fans haben sich im Laufe der letzten Jahre ja daran gewöhnt, dass unsereins so schnell nicht wieder Meister wird und höchstens mal den DFB-Pokal gewinnt. Aber diesmal ist es schlimm, denn wir haben nix zu meckern, nix zu lästern und auch keinen echten Angriffspunkt gegen die Dortmunder.

Es schmerzt heftig das zu schreiben, aber die Borussen waren diese Saison wirklich so verdammt gut. So verdammt attraktiv mit ihrem schnellen, angriffsbetonten Fussball. Und dabei sind die Schwarz-Gelben auch noch jung genug, um noch ein paar Jahre auf brauchbarem Niveau zu spielen. Verdammt! Ahnen Sie, wie weh das einer Schalke Seele tut? Wenn ich die Wahl hätte zwischen einem attraktiv spielenden BVB und einer Wurzelbehandlung ohne Betäubung, dann würde ich sofort……….nun ja, vielleicht doch nicht ganz so krass, aber fast. Und den sympathischeren Trainer haben die Pfeifen auch noch! Okay, hatten. Aber mal ehrlich, gegen Dominator Magath wirkt auch ein Pitbull wie ein freundliches und schoßzahmes Tierchen. Rangnick hat zwar noch keinen Erfolg, aber lieber Abstieg mit Ralf als Interview mit Felix. Selbst meine Kater verweigern Felix, wenn auch in ganz anderer Form.

Tacheles – was treibt unser Verein eigentlich da? Dass wir pleiterererer sind als die DDR es jemals war (Danke an Volker Pispers, den hab ich mir geklaut) hat ja mittlerweile auch der letzte Hansel im Pott begriffen. Und wiederum müssten wir uns eigentlich, ich wage es kaum auszusprechen, an der Methode Dortmund orientieren. Ich meine, was hätten wir zu verlieren? Meister waren wir das letzte Mal 1958 und bei den Gurkentruppen die wir ständig haben, dürfte auch in absehbarer Zeit nichts Greifbares herumkommen. Da könnte man doch auch glatt mal auf die Idee kommen, das 09er Konzept zu kopieren und gehaltsmäßig weniger teure, aber höher motivierte Jungspieler aus der eigenen Jugend einzusetzen. Aber das geht natürlich gar nicht! Wo kämen wir denn hin, wenn auf Schalke echte Schalker spielen würden? Wer kennt denn auch schon Namen wie Neuer, Höwedes oder Mesut Özil? Stattdessen unterhalten wir einen 8.000 Mann Kader, der gehaltsmäßig so teuer ist wie kaum eine andere deutsche Mannschaft. Gut, in Ordnung. Die Bayern hauen noch ein wenig mehr Kohle auf den Tisch für ihre Balltreter, aber die sind auch nicht pleite wie 100 Mann.

Aber es wird kommen, wie es immer kommt. Teure Neuzugänge die wir uns eigentlich nicht leisten können, die eigene Jugend versauert in der Reserve und die Hälfte des Profikaders verdient ihr Geld im Training ohne jemals in irgendeiner Form längere Einsätze in echten Spielen absolvieren zu müssen. Und in 18 Monaten? Feuern wir Rangnick weil er keinen Erfolg hat.

Und schauen natürlich wieder mit schmerzverzerrtem Gesicht in den Osten des Ruhrgebietes, wo ein einstmal völlig verschuldeter Club sich langsam aber stetig bekrabbelt.

In diesem Sinne – Glückwunsch zur (verdienten…AUA!) Meisterschaft Ihr Pfeifen!

Veröffentlicht 19/05/2011 von kaiserdrache in Sport

Copy / Paste für Fortgeschrittene   Leave a comment

Zuerst einmal entschuldige ich mich dafür, dass ich in der letzten Zeit kaum zum schreiben gekommen bin, aber es nimmt doch relativ viel Zeit und Hirnschmalz in Anspruch einen sinnvollen Blogartikel zu schreiben und beides hat mir gefehlt.

Und damit sind wir auch schon bei dem Thema, dass mich in der letzten Zeit am Meisten bewegt hat – schreiben. Genauer gesagt, eigenes und kreatives schreiben. Und noch mehr im Detail: Die Plagiatsaffaire um zu Guttenberg, Koch-Mehrin, Stoibers Tochter und seit Neuestem auch Chatzmarkakis. Und ich will an dieser Stelle gar nicht davon anfangen, dass es erzkonservativer, gelb-schwarzer Politiker bedurft hat um auf dieses Thema hinzuweisen. Oder hat jemand ernsthaft erwartet hinter den sooft proklamierten Worthülsen von Moral und Anstand selbiges auch zu finden? Nein, das soll gar nicht das Thema sein. Ich persönlich möchte gerne auf die Verhältnismäßigkeit dessen eingehen, was hinter diesem Thema steckt.

Letzte Woche habe ich abends mal wieder mit einer lieben Bekannten telefoniert (dieselbe mit dem Porno schauenden Freund) und habe mir unter Anderem den neuesten Schwank aus ihrem Leben erzählen lassen. Im Mittelpunkt: Ihre 9,5 Jahre alte Tochter, momentan Schülerin an einer Grundschule im Ruhrgebiet. Dieses junge und relativ unbedarfte Mädchen, ohne Ahnung von der großen, weiten Welt, hat es doch tatsächlich gewagt in der letzten Mathematik Arbeit von ihrem Nachbarn abzuschreiben. Frevel! Dumm für die Kleine nur, dass die Lehrerin anscheinend tatsächlich aufgepasst hat und der ganze Schwindel aufgeflogen ist. Okay, nun kann man sagen, dass das keine grosse Sache ist, wer von uns hat noch nie in der Schule von seinem Nachbarn abgeschrieben? Ich persönlich, Kind der 80er und 90er, hätte gesagt, dass die Arbeit als sechs gewertet wird und gut ist. Das Ergebnis wären ein paar Tränen bei der Kleinen gewesen und wahrscheinlich ein Anschiss von Mama und damit wäre die Sache erledigt gewesen. Weit gefehlt.

Ohne großes Federlesen wurde im Anschluss an diese “Betrugsaffaire” die Mama in die Schule zitiert, wiederum ohne Rücksicht auf die äußeren Umstände. Denn besagte Mama ist nicht nur selbstständig, sondern auch alleinerziehend. Da ist es doch passend, wenn die Schule Termine ohne Rücksprache festlegt. Mama musste nun also in Windeseile einigen ihrer Patienten für den übernächsten Tag absagen und zähneknirschend den Arbeitsausfall in Kauf nehmen, nur um dann pünktlich um 10:30 gestiefelt und gespornt (und mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch) in der Schule anzutanzen. Dort angekommen nahm das Drama dann erst richtig seinen Lauf. Nach einer Hasstirade der Klassenlehrerin und einem fast 30 Minuten dauernden Monolog über das “korrekte Verhalten an deutschen Schulen” vom Direktor endete das sogenannte Gespräch damit, dass jene vom Staat ernannte Erzieherin meine neue Lieblingsfrage aussprach: “Wo kämen wir denn hin, wenn Kinder in der Schule lernen würden zu betrügen?” Und das war der Punkt, wo ich persönlich in ein teuflisch fieses grinsen ausgebrochen bin. Nun, die Antwort ist doch ganz einfach. Wenn die Schüler das schon in der Schule lernen würden, dann bräuchten wir mehr Posten als Verteidigungsminister und die FDP würde bei den nächsten Wahlen die 50% Hürde knacken, weil ihre Wähler alle Parteimitglieder wären.

Jetzt mal Butter bei die Fische – ich bezweifle, dass dieses Verhalten seitens der Schule exemplarisch für das deutsche Bildungssystem ist. Die Lehrer und Lehrerinnen die ich kenne, verhalten sich durch die Bank weg normal. Klar, Idioten gibt es in jedem Beruf, auch bei den Lehrern, aber muss man sich selbst so dermassen in ein schlechtes Licht stellen, dass jeder vernunftbegabte Mensch nur noch die Augen verdrehen kann?

Ohne jeden Zweifel – belogen und betrogen wird in diesem Staat an jeder Ecke. Oder möchte ernsthaft jemand bezweifeln, dass der blaublütige Haargelverbraucher zu Guttenberg und seine Plagiatskollegen Einzelfälle sind? Möchte jemand anzweifeln, dass an deutschen Schulen alle naslang geschummelt wird? Sicher nicht. Aber ich bezweifle ganz stark, dass ein Verhalten wie oben geschildert Schule machen sollte. Und das kann man wörtlich nehmen. Schwerwiegender Betrug, und nichs Anderes ist das erschleichen akademischer Titel, muss mit der vollen Härte der deutschen Justiz bestraft werden. Wird es natürlich nicht, weil die Betroffenen mehr Verbindungen, Bekannte und Pro-Vitamin B in einflussreichen Positionen haben als ich Socken im Schrank, aber richtig wäre es. Zumindestens sollte der Anschein gewahrt bleiben. Dass jedoch an deutschen Schulen Schummeleien mit derselben Härte hinterfragt werden sollten, halte ich für eine klassische Absurdität des dritten Jahrtausends. Kindern können und sollen gar nicht ein so perfektioniertes Anstands- und Moraldenken haben, weil sie ansonsten nie lernen was es bedeutet Dinge falsch zu machen. Und unsere Werte in der nächsten PISA Studie werden dadurch wohl auch kaum besser….

In diesem Sinne – vielleicht hätte ich doch an der Uni bleiben sollen und meinen Abschluss machen (lassen) sollen, zum Thema: Alles nur geklaut! (Und ja, auch das ist ein Zitat und es ist gestohlen)

Veröffentlicht 18/05/2011 von kaiserdrache in Politik

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